Love Letter – kannst du die Liebe der Prinzessin erringen?

Love Letter Beitragsbild

Die Suche nach der Liebe – ein Thema, dass so alt ist wie die Menschheit selbst. In „Love Letter“ nehmen die Spieler die Rolle der Verehrer einer schönen Prinzessin ein. Einer Prinzessin, die sich nach der wahren Lieben sehnt. Und um sie von ihren hehren Absichten zu überzeugen, versuchen die Verehrer ihre Gunst mit Liebesbriefen zu gewinnen. Doch wie schlägt sich dieses kurzweilige Micro-Kartenspiel in unserem Review?

Liebesbriefe als Micro-Kartenspiel

„Love Letter“ ist ein Micro-Kartenspiel von Autor Seiji Kanai, in dem zwei bis vier Spieler ab acht Jahren versuchen, sich mit Hilfe von verschiedenen Personenkarten gegeneinander auszuspielen und am Ende den Sieg davon zu tragen. Erschienen ist „Love Letter“ im September 2013 bei Abacusspiele und wird von der Pegasus Spiele GmbH vertrieben. Die Illustrationen stammen von Andrew Hepworth und Jeffrey Himmelman. Eine komplette Partie „Love Letter“ dauert etwa 20 Minuten. Aber worum geht es in dem Spiel rund um Liebesbriefe eigentlich?

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Ein konstruierter Hintergrund

Eine schöne, aber gelangweilte Prinzessin ist auf der Suche nach der wahren Liebe. Aber wie es nun einmal als Prinzessin ist, hat ihr Vater, der König, andere Pläne für sie. Er will seine Tochter an eine besonders gute Partie verheiraten. Das schmeckt der Prinzessin gar nicht, denn weder Reichtum noch Macht beeindrucken sie. Jetzt liegt es also an den Spielern, in der Rolle der Verehrer die Prinzessin, ihr Minneobjekt von ihren romantischen Qualitäten zu überzeugen und sich als Traumprinz zu präsentieren. Und nur wer es schafft, die Liebesbriefe in die Gemächer der Prinzessin zu liefern, hat eine Chance darauf ihr Herz zu gewinnen und den König zu überzeugen, dass Liebe wichtiger ist als Geld, Reichtum, Land oder Einfluss.

Natürlich ist dieses Szenario sehr konstruiert und das Spiel würde auch ganz ohne Hintergrund funktionieren. Die kleine Geschichte, die auf der ersten Seite der Spielanleitung einen Einstieg ins Regelwerk liefert, ist für das Spiel an sich völlig irrelevant und tritt schnell hinter das eigentliche Spiel. Der Hintergrund sorgt nur dafür, dass die Karten eine ansprechende Visualisierung erhalten und um Spielmechaniken besser zu benennen.

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Weniges, aber hochwertiges Spielmaterial

„Love Letter“ kommt mit nur wenigem Spielmaterial aus. In der Box befinden sich neben der Anleitung noch 16 Personenkarten, vier Übersichtskarten und zwölf Holzherzen. Dabei stechen besonders die Karten positiv hervor, die mit ihren Maßen von 12 x 8 cm besonders groß ausfallen und spürbar dicker als normale Karten sind. Die Illustrationen sind ansprechend und versuchen sich an einer historisierenden Herangehensweise bei den Kostümen der Charaktere.

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Eine einfache, fesselnde Spielmechanik

Der Aufbau ist schnell erledigt. Die 16 Personenkarten werden gemischt und an jeden Spieler verdeckt eine davon ausgeteilt und auf die Hand genommen wird. Eine weitere Karte wird verdeckt zur Seite gelegt. Wird nur zu zweit gespielt, werden drei weitere Karten offen neben dem Nachzugstapel aufgedeckt.

Der Startspieler zieht jetzt eine zweite Personenkarte an und behält eine davon auf der Hand. Die andere wird ausgespielt und die auf der Karte beschriebe Aktion ausgeführt. Im Uhrzeigersinn geht es weiter, bis entweder nur noch ein Spieler übrig ist oder der Nachziehstapel leer gespielt wurde. In dem Fall gewinnt der Spieler mit dem höchsten Kartenwert. Die ausgespielten Karten werden neben dem Nachzugstapel nach den Personen geordnet, um einen Überblick zu erhalten, welche Karten bereits aus dem Spiel sind.

Für eine siegreiche Runde erhält der Gewinner ein Holzherz, dass sogenannte „Herz als Dankeschön“, von der Prinzessin. Danach werden die Karten neu gemischt und von vorne gespielt. Der Spieler, der zuerst die Anzahl an Herzen erhält, die durch die Mitspielerzahl vorgegeben wird, gewinnt nicht nur das Spiel, sondern auch das Herz der Prinzessin.

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Personen mit großem Einfluss

Die nötige Würze bekommt „Love Letter“ natürlich erst durch die unterschiedlichen Personenkarten. Insgesamt acht verschiedene Personen stehen in „Love Letter“ zur Verfügung, die sich durch ihren Kartenwert und ihre Fähigkeiten unterscheiden.

Die Wächterin ist mit einem Kartenwert von 1 die niedrigste Karte. Dafür darf der Spieler, der diese Karte spielt, einen anderen Spieler anklagen und raten, welche Personenkarte dieser auf der Hand hat. Rät er richtig, muss der Angeklagte seine Handkarte offen neben dem Nachzugstapel ablegen und scheidet aus dem Spiel aus, rät er falsch, passiert nichts. Mit einer Wächterin darf niemals ein Spieler als andere Wächterin angeklagt werden. Insgesamt ist die Wächterin-Karte fünf Mal im Spiel.

Als nächstes folgt der Priester. Sein Kartenwert beträgt 2. Wirft ein Spieler diese Personenkarte ab, darf er sich die Handkarte eines beliebigen anderen Spielers anschauen.

Wird der Baron von einem Spieler abgeworfen, vergleicht er den Wert seiner eigenen Handkarte mit der eines anderen Spielers. Der Spieler mit dem niedrigeren Wert muss seine Handkarte abwerfen und scheidet für diese Runde aus dem Spiel aus. Der Kartenwert des Barons beträgt 3.

Die Zofe hat den Kartenwert 4 und ist eine wahrere Retterin in Notsituationen. Wird sie von einem Spieler ausgespielt, ist dieser bis zu seinem nächsten Zug vor allen Fähigkeiten anderer Personenkarten geschützt.

Wird der Prinz von einem Spieler ausgespielt, kann er einen beliebigen anderen Spieler zwingen seine Handkarte abzuwerfen und eine neue zu ziehen. Gibt es keine Karte mehr im Nachzugstapel wird die Karte aufgenommen, die in der Spielvorbereitung zur Seite gelegt wurde. Der Prinz hat einen Kartenwert von 5.

Priester, Baron, Zofe und Prinz sind jeweils zwei Mal im Spiel vertreten, während die drei nachfolgenden Personenkarten jeweils einzigartig sind.

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Der König hat den Kartenwert 6. Wird er ausgespielt, wird die verbleibende Handkarte mit einem beliebigen anderen Mitspieler getauscht.

Mit einem Kartenwert von 7 ist die Gräfin die zweithöchste Karte im Spiel, bietet aber ihre Tücken. Denn trifft die Gräfin auf der Hand eines Spielers mit dem Prinzen oder dem König aufeinander, muss immer die Gräfin abgelegt werden. Das gibt den Mitspielern schnell Auskunft darüber, welche Karte vermutlich auf der Hand verblieben ist.

Die Prinzessin hat mit einer satten 8 den höchsten Kartenwert. Dafür hat sie aber einen gehörigen Nachteil. Denn hat ein Spieler die Prinzessin erst einmal auf der Hand, darf sie nicht abgelegt werden. Ist der Spieler dazu gezwungen, die Karte durch einen Prinzen abzulegen, scheidet er automatisch aus, statt eine neue Karte zu ziehen. Allerdings darf die Prinzessin durch einen König getauscht werden.

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Wenige Karten, aber viel Taktik… und Glück

Durch die unterschiedlichen Personenkarten und ihre Fähigkeiten kommt es in „Love Letter“ schnell zum Taktieren und Bluffen. Werfe ich meine ursprüngliche Handkarte ab, obwohl sie einen hohen Kartenwert hat, weil ein Mitspieler sie durch einen Priester bereits gesehen hat, oder hoffe ich darauf, dass er keine Wächterin hat? Welche Karte hat wohl der Mitspieler, der soeben die Gräfin abgeworfen hat? Benutze ich den Baron um meinen Prinzen mit einem anderen Mitspieler zu vergleichen und ihn damit vielleicht aus dem Spiel zu werfen? All das Sind Fragen, die es abzuwägen gilt. Hinweise erhält der Spieler dabei aus den bereits abgeworfenen Karten. Allerdings spielt auch Glück eine große Rolle in „Love Letter“. Denn es kommt nicht selten vor, dass die ins Blaue gesprochene Anklage eine Wächterin genau ins Schwarze trifft.

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Das Fazit zu „Love Letter“

In jeder Spielrunde, in der ich „Love Letter“ vorgestellt habe, war es der Hit. Es ist leicht zu erlernen, geht schnell von der Hand und die Schadenfreude, wenn ein Mitspieler aus dem Spiel herausgeworfen wird, ist hoch. Und da die Spielrunden sehr kurz sind und kaum länger als fünf Minuten dauern, ist das Ausscheiden auch nicht tragisch. Denn die nächste Runde startet ja sogleich wieder. Und auch wenn die Hintergrundgeschichte zu „Love Letter“ wirklich nebensächlich ist, macht jedoch das Spielprinzip „süchtig“. Wie oft habe ich den Ausspruch „Ach komm, eine Runde geht noch“ gehört und plötzlich war es mitten in der Nacht?

Die einzige Kritik an „Love Letter“ ist der Preis. Zwar sind die Spielmaterialien allesamt hochwertig, doch selbst dafür erscheint mir der Preis relativ hoch. Doch der Kauf hat sich in meinem Fall mehr als gelohnt. Denn kaum ein Spiel kommt bei uns häufiger als Absacker und zum Ausklingen des Spieleabends auf den Tisch. Am besten spielt sich „Love Letter“ allerdings mit drei oder vier Spielern.

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Sonstige Informationen

Auf Board Game Geeks hat Pegasus eine Regelvariante für acht Spieler hochgeladen, für die allerdings zwei Exemplare des Spiels benötigt werden.

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Pascal

Pascal ist der Gründer von Vielspieler.de. Er spielt gerne kooperative Spiele, greift aber auch gerne zu komplexen Strategiespielen oder kommunikationsfreudigen Gesellschaftsspielen. Neben dem Spielen von Brett- und Kartenspielen verbringt Pascal generell sehr viel Zeit mit dem Thema "Spiele". Zum Beispiel von Form von Live-Rollenspiel und Videospielen.

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